Mindestlohn

Seit dem 01.01.2015 gilt in Deutschland eine flächendeckende Lohnuntergrenze. Ziel war es mit Hilfe der neuen Mindeststandards, Beschäftigte im Niedriglohnsektor vor Dumpinglöhnen zu schützen und die Zahl derjenigen zu verringern, die trotz Vollzeitbeschäftigung auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Nach dem Mindestlohngesetz entscheidet eine ständige Kommission der Tarifpartner alle zwei Jahre über die Anpassung der Höhe. Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle Arbeitnehmer über 18 – unabhängig von Arbeitszeit oder Umfang der Beschäftigung – und damit auch für Minijobberinnen und Minijober. Der Gesetzgeber hatte jedoch bei der Einführung für einzelne Branchen und Tarifverträge noch bis Ende 2017 übergangsweise Ausnahmen von der Mindestlohnregelung eingeräumt.  Seit dem 1. Januar 2018 gibt es jedoch keine Ausnahmen mehr und alle Beschäftigten müssen dann mindestens den erhöhten gesetzlichen Mindestlohn von 9,19 Euro bekommen.

Auch bei Langzeitarbeitslosen darf der Arbeitgeber weiterhin in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung vom Mindestlohn abweichen, um ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Allerdings fordert die KoBa auch dann eine angemessene Bezahlung. Das Entgelt muss trotzdem im ortüblichen Rahmen liegen, gegen sittenwidrige Löhne geht die KoBa Harz vor.

Auch Eingliederungszuschüsse fördert das kommunale Jobcenter nur dann, wenn der Arbeitgeber den Mindestlohn zahlt. Bei Einstellungen ohne Förderung händigt die KoBa Harz eine Bestätigung der Langzeitarbeitslosigkeit aus Datenschutzgründen ausschließlich an den Arbeitnehmer aus, ob er seinen neuen Arbeitgeber darüber informiert, steht ihm frei.

Die nächste Anhebung des Mindestlohns ist zum 1. Januar 2020 geplant.

Mindestlohn-Hotline
Für alle Fragen rund um die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Mindestlohn-Hotline für Arbeitnehmer und Arbeitgeber eingerichtet. Die Hotline ist Montag bis Donnerstag von 8 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 030/60280028 erreichbar.

Einen Link zur Informationsbroschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zum Thema Mindestlohn finden Sie hier.