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Die KoBa Jobcenter Landkreis Harz informiert

 

Neuste Pressemitteilung

Im Rahmen der Kampagne „Kommunale Jobcenter – Stark. Sozial. Vor Ort.“ rufen der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag die 104 kommunalen Jobcenter zu einer Aktionswoche vom 26. bis 30.08.2019 auf. Ziel ist es, dass die kommunalen Jobcenter in diesem Zeitraum gegenüber Bürgern, Politik, Wirtschaft, Medien und Fachöffentlichkeit die Vorteile und Strukturmerkmale der kommunalen Jobcenter – deren Markenkern – hervorheben.

Die KoBa Harz hat sich dazu entschieden, an der Aktionswoche aktiv teilzunehmen. In diesem Zusammenhang erfolgte bereits im Vorfeld am 29.07.2019 im Hinblick auf die Aktionswoche ein Interview zwischen Frau Barnigeroth, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, und dem Landrat Herrn Skiebe.

Frage: Der damalige Landkreis Wernigerode bewarb sich um die alleinige Trägerschaft zur Gewährung von Leistungen nach dem SGB II. Mit der einhergehenden Kreisgebietsreform fusionierten zum 01.01.2011 die ARGE‘n Halberstadt und Quedlinburg mit der KoBa Wernigerode und es entstand das Jobcenter KoBa Landkreis Harz. Herr Skiebe, wenn rückblickend erneut die Entscheidung für den Landkreis zu treffen wäre, sich als eine der Optionskommunen für die Aufgabenwahrnehmung der Grundsicherung für Arbeitsuchende zu entscheiden, würden Sie aus heutiger Sicht diesen Weg nochmals einschlagen?

Antwort: Diese Frage kann ich uneingeschränkt mit einem „Ja“ beantworten. Die Entscheidung zum damaligen Zeitpunkt, eine von 69 Optionskommunen in Deutschland zu werden, war mutig, jedoch auch folgerichtig und gut für den Landkreis. Die KoBa ist wichtig für den Standort Landkreis Harz, denn durch die Vielzahl von Verbindungen in die Netzwerke des Landkreises kann eine bestmögliche Umsetzung des gesetzlichen Auftrages erfolgen.

Frage: Als Landrat sind Sie im Landkreistag vertreten. In Deutschland sind in der Aufgabenwahrnehmung des SGB II als Jobcenter die gemeinsamen Einrichtungen (Träger ist die Bundesagentur für Arbeit (BA)) und die kommunalen Jobcenter tätig. Wo sehen Sie die Stärken der kommunalen Jobcenter? Wie sehen Sie die Wahrnehmung der kommunalen Jobcenter in der Gesamtheit der Jobcenter?

Antwort: Es ist eine grundsätzliche Frage, wie der Gesetzgeber den Auftrag des SGB II umgesetzt sehen will. Das kommunale Jobcenter übernimmt Verantwortung vor Ort. Der Aufwand für jeden einzelnen Hilfeempfänger ist im Laufe der Jahre stetig gestiegen. Dies sollte der Gesetzgeber, egal ob die Aufgaben durch die BA oder die kommunalen Jobcenter übernommen werden, honorieren. Das Problem ist, dass sich die Rahmenbedingungen durch den Gesetzgeber oder auch durch die Rechtsprechung ständig ändern. Am Ende lohnt sich dieser Kraftaufwand, denn jeder, der durch die KoBa Harz zurück ins System findet, stärkt vor Ort den lokalen Mittelstand. Wir als kommunales Jobcenter können aktiv vor Ort das Thema SGB II mitgestalten, besitzen eine große Flexibilität und können schnell auf Veränderungen reagieren.

Frage: Die Hauptaufgabe der KoBa Harz ist es, den notwendigen Lebensunterhalt der Leistungsempfänger sicherzustellen und sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der KoBa Harz und der Entwicklung der Fallzahlen?

Antwort: Ich bin sehr zufrieden mit der KoBa, denn man erkennt die jahrelange harte Arbeit und den hohen Aufwand, der hinter der Aufgabenwahrnehmung steckt. Die Arbeit der KoBa ist für den Wirtschaftsstandort Landkreis Harz wichtig, denn die vermittelten Menschen verstärken diesen. Somit haben wir einen doppelten Effekt erreicht. Zum einen entlasten wir das Sozialsystem und zum anderen verstärken wir den Wirtschaftsstandort der Region. Auf Grund der jahrelangen Erfahrung der KoBa kann zügig auf sich ändernde Rahmenbedingungen reagiert werden. Ein Beispiel hierfür sind die Flüchtlinge, die dem Landkreis Harz zugewiesen wurden. Auf diese Situation konnte sich niemand vorbereiten. Durch schnelle und eigenständige Umsetzung der zu bewältigenden Aufgaben ist es der KoBa gelungen, sich der großen Herausforderung zu stellen und diese auch mit Bravour zu meistern. Ich bekomme oft positive Rückmeldungen, wenn es um die Arbeit der KoBa geht. Hervorheben möchte ich auch die sehr konstruktive Zusammenarbeit mit dem Kreistag und dem Eigenbetriebsausschuss.

Frage: Wo sehen Sie die Herausforderung der KoBa Harz für die Zukunft?

Antwort: Die allgemeinen Rahmenbedingungen, der Arbeitsmarkt an sich, die Gesellschaft aber auch die Digitalisierung stehen im Wandel der Zeit und ändern sich ständig. Diese Veränderungen finden auf Landes- und Bundesebene statt, ja selbst europaweit und haben auch Auswirkungen auf die KoBa. Die große Herausforderung für die Zukunft ist, die Flexibilität der KoBa zu erhalten. Es muss immer ein gewisser Spielraum vorhanden sein. Deshalb sollte auch der Gesetzgeber bei Entscheidungen die Erfahrungen der Fachleute an der Basis mit berücksichtigen.

Frage: Als oberster Dienstherr, was schätzen Sie an der KoBa Harz? Gibt es einen Wunsch, den Sie an die Koba Harz richten würden?

Antwort: Die KoBa muss weiterhin ihre engagierte Arbeit fortsetzen. Hierzu bedarf es allerdings auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das umsetzen können. Diese immer wieder zu finden, ist eine große Herausforderung für die Zukunft. Abschließend kann ich sagen, da wo es um Menschen geht, sollte die Aufgabenwahrnehmung auch vor Ort liegen. Auf das, was die KoBa im Landkreis Harz leistet, können wir alle sehr stolz sein.


04.02.2019 KoBa Jobcenter und Sozialamt des Landkreises Harz informieren zum Urteil des Bundessozialgerichts über Berechnungen Kosten der Unterkunft der Jobcenter


Mehr Geld für SGB II-Empfänger ab 2019

Die Regelsätze der Grundsicherung steigen ab Januar

Ab Januar 2019 steigen die Regelbedarfe in der Grundsicherung. SGB II-Empfänger erhalten also monatlich mehr Geld. Die Anhebung ist bundesweit einheitlich per Gesetz geregelt und wird jedes Jahr auf Grundlage der durchschnittlichen Preiserhöhungen und der Entwicklung der Nettolöhne angepasst.

So erhält z.B. ein alleinstehender Erwachsener ab 1.1.2019 monatlich 424 Euro Grundsicherung, also 8 Euro mehr als vorher.

Gesetzliche Regelbedarfsstufen Ab 01.01.2019 bisher
leistungsberechtigter Erwachsener

(Alleinstehend / Alleinerziehend / mit minderjährigem Partner)

424 Euro 416 Euro
leistungsberechtigter Erwachsener

(Ehepartner / Lebenspartner in Bedarfsgemeinschaft)

382 Euro 374 Euro
leistungsberechtigter Erwachsener

(18-24 Jahre, im Haushalt der Eltern)

339 Euro 332 Euro
leistungsberechtigter Jugendlicher

(14-17 Jahre)

322 Euro 316 Euro
leistungsberechtigtes Kind

(6-13 Jahre)

302 Euro 296 Euro
leistungsberechtigtes Kind

(0-5 Jahre)

245 Euro 240 Euro

Auch vom Regelbedarf abhängige Mehrbedarfe, beispielsweise für Alleinerziehende, steigen entsprechend. Die umfangreiche Unterstützung aus dem Bildungspaket für Kinder aus gering verdienenden Familien bleibt bestehen. Die Kosten für Unterkunft und Heizung werden zusätzlich zu den Regelbedarfen, entsprechend der tatsächlichen Aufwendungen erbracht, soweit diese angemessen sind.

Die KoBa Harz wird die Regelbedarfserhöhung bei den Zahlungen für Januar 2019 automatisch berücksichtigen. Ein geänderter Bescheid mit der Neuberechnung wird jedem Leistungsberechtigten nach und nach zugesandt. Leistungsberechtigte, die diesen Bescheid aus nachvollziehbaren Gründen schon früher benötigen, können sich telefonisch an ihren Fallmanager wenden.